🍏 Was ist die Idee?
Der Onlineshop, bei dem du seit fünf Jahren bestellst, weiß genau, was du wann gekauft hast, wie oft, und welches Produkt du dreimal nachbestellt hast. Erzählt hat er es dir noch nie.
Wrapped Daily ist eine App für Onlineshops, die aus dieser Kaufhistorie automatisch einen persönlichen Rückblick baut: dein erstes Produkt, deine 14 Bestellungen, dein Lieblingsartikel, seit wann du dabei bist. Als gebrandete Seite, die der Kunde per Mail bekommt und teilen kann.
Der Clou ist der Zeitpunkt. Spotify verschickt sein legendäres Wrapped Anfang Dezember – zusammen mit Reddit, Strava, Aldi und ungefähr 400 anderen Marken, die alle am selben Tag präsent sein wollen. Wrapped Daily versendet kundenspezifisch, z.B. am Jahrestag seiner ersten Bestellung. Für den Händler heißt das: eine Retention-Kampagne, die 365 Tage im Jahr läuft statt nur drei Wochen. Für den Kunden: eine Mail, die im Januar ankommt, wenn sonst niemand feiert.
Kurz gesagt: Spotify Wrapped, aber jeder Kunde bekommt seinen eigenen Dezember.
🌵 Warum funktioniert's?
Der Dezember ist zu. TechCrunch listet für 2025 Amazon Music, Apple, YouTube, Duolingo, Reddit, Strava, Tinder, PlayStation, Goodreads – sogar Aldi (https://techcrunch.com/2025/12/06/spotify-wrapped-2024-is-almost-here-its-time-to-explore-all-the-copycats/). Wer im März sendet, konkurriert mit niemandem.
Die Nachfrage ist da, die Lösung nicht. Klaviyo hat einen fertigen Flow für den Erstkauf-Jahrestag. Will man dort echte Kaufdaten reinbekommen, erklärt ein Mitarbeiter im eigenen Forum die Bastellösung – und räumt ein, dass es keinen einfachen Weg gibt (https://community.klaviyo.com/marketing-30/how-to-pull-customer-purchase-history-data-in-a-purchase-anniversary-flow-19062).
Retention ist der Schmerz Nummer eins. Im Shopify Merchant Survey vom November 2025 nennen Händler Kunden finden und halten als größte Herausforderung (https://www.shopify.com/blog/pos-loyalty-program). Ein Rückblick kostet dabei keine Marge – anders als der nächste 15%-Gutschein.
💡 Wie starte ich am Wochenende?
Klingt nach einem riesigen Tech-Projekt, ist aber im Kern eine CSV-Datei und ein bisschen Rechnen. Der schwerste Schritt ist der erste:
Schritt 1: Such dir einen Shopify-Händler, der mitmacht. Bekanntenkreis, ein paar tausend Bestellungen, ein Laden, der seine Stammkunden mag. Ohne zugesagten Testshop baust du nichts.
Schritt 2: Lass ihn dir den Bestellexport als CSV aus dem Shopify-Admin ziehen. Zwei Klicks, keine API, keine Genehmigung. Wichtig: Über die API siehst du standardmäßig nur die letzten 60 Tage – für alles davor braucht es einen Sonderscope, den Shopify erst freigeben muss. Der Export umgeht das komplett.
Schritt 3: Erste Version händisch bauen. Rechne die vier Zahlen aus. Pro Kunde: Datum der ersten Bestellung, Anzahl aller Bestellungen, meistgekaufter Artikel, erstes gekauftes Produkt. Das kann Claude für dich übernehmen. Gestalte eine E-Mail für den Kunden. Du willst wissen, ob der Händler beim Anblick sagt "das schick ich sofort raus".
Schritt 4: Erst dann automatisieren. Täglicher Lauf über Make oder n8n, der prüft, wer heute Jahrestag hat, und die Zahlen in das Newsletter-Tool schiebt, das der Shop ohnehin schon nutzt.






