🍏 Was ist die Idee?
In Deutschland stehen gerade über 7,6 Millionen Quadratmeter Bürofläche leer. Für die Immobilienbranche ist das eine Katastrophe. Für dich ist es die größte freie Ausstellungsfläche des Landes.
"Zwischenhang" hängt Originale lokaler Künstler in leerstehende Büroetagen. Die Werke stehen ohnehin unverkauft im Atelier, du nimmst sie in Kommission und zahlst dafür keinen Cent. Bezahlt wird das vom Vermieter, und zwar aus dem Vermarktungsbudget statt aus der Dekokasse. Denn jeder Monat Leerstand kostet ihn eine volle Monatsmiete, und ob aus einer Besichtigung ein Zehnjahresvertrag wird, entscheidet sich manchmal schon in den ersten dreißig Sekunden im Foyer.
Der eigentliche Trick kommt danach: Ist die Fläche vermietet, hängt die Kunst schon da. Der neue Mieter übernimmt den Vertrag oder kauft die Werke direkt. Du hast deinen Kunden also akquiriert, bevor er eingezogen ist — und der Vermieter hat deine Kundenakquise bezahlt.
Kurz gesagt: Home Staging für Bürotürme. Bestückt vom Künstler, bezahlt vom Vermieter, gekauft vom Nachmieter.
🌵 Warum funktioniert's?
Der Leerstand ist auf Rekordniveau — und Leerstand ist teuer. Im zweiten Quartal 2025 lag die Büroleerstandsquote in den sieben größten deutschen Städten bei 7,7 Prozent, dem höchsten Stand seit über einem Jahrzehnt. In Düsseldorf sind es 12,3%, in Frankfurt 11,2%.
Quelle: https://www.marktundmittelstand.de/ratgeber/bueroleerstand-auf-rekordniveau
Vermieter zahlen längst dafür, dass leere Räume weniger leer aussehen. Home Staging ist im Wohnbereich eine etablierte Vermarktungsposition: Komplett-Staging inklusive Möbelmiete liegt regelmäßig im vier- bis fünfstelligen Bereich, als Faustregel gelten ein bis drei Prozent des Verkaufspreises. Für Gewerbeflächen gibt es dieses Angebot bisher praktisch nur als virtuelles Staging.
Quelle: https://www.kettenbach-immobilien.de/bibliothek/maklerrecht-vermittlung/home-staging
Das Modell ist erprobt - nur nicht hier. TurningArt startete 2010 in Boston als "Netflix für Kunst" für Privatkunden, sammelte zwei Millionen Dollar ein und pivotierte komplett ins B2B-Geschäft mit Büros und Kliniken. Heute vermittelt die Firma über 50.000 Werke, ohne ein einziges davon selbst zu besitzen: Die Künstler liefern erst, wenn gemietet wird. In Deutschland macht das niemand in dieser Form.
Quelle: https://techcrunch.com/2012/05/23/turningart-series-a/
💡 Wie starte ich am Wochenende?
1. Samstagvormittag: Fünf Künstler fragen, wie viel bei ihnen rumsteht.
Instagram-Suche nach deiner Stadt plus "Malerei" oder "Atelier", oder direkt der lokale Künstlerbund. Eine Nachricht, eine Frage: Wie viele fertige Arbeiten stehen bei dir unverkauft im Atelier, und würdest du sie in Kommission hängen lassen, wenn du 50 Prozent der Miete bekommst und beim Verkauf beteiligt bist? Du brauchst noch keinen Vertrag, nur ein Ja und ein Foto. Ohne diese fünf Zusagen kannst du am Nachmittag nichts anbieten.
2. Samstagnachmittag: Fünf Gewerbemakler anrufen und zuhören.
Über ImmoScout24 Gewerbe findest du in zehn Minuten die Objekte in deiner Stadt, die seit Monaten inseriert sind — inklusive Ansprechpartner. Ruf an und stell zwei Fragen: Wie lange steht so eine Etage bei euch im Schnitt leer, und was macht ihr heute, damit eine Besichtigung nicht deprimierend wirkt? Nicht pitchen. Wenn die Antwort "Licht anmachen und hoffen" lautet, hast du deine Bestätigung. Wenn dreimal "wir stellen Mietmöbel rein" kommt, weißt du auch etwas — dann ist die Position schon besetzt und du sparst dir den Rest.
3. Sonntag: Ein Objekt kostenlos bespielen, gegen Zahlen.
Such dir aus den Telefonaten den motiviertesten Makler und mach ein Angebot, bei dem er nichts verlieren kann: acht Wochen Kunst in einer leeren Etage, umsonst, du hängst selbst. Gegenleistung sind Vorher-Nachher-Fotos, ein Zitat und die Zahl der Besichtigungen im Zeitraum. Das ist dein einziger Verkaufsunterlagen-Baustein, und ohne ihn wirst du das zweite Objekt nicht bekommen.






