
Interview · Folge 281
Catch Me If You Can mit KI: Wie Banken Betrüger heute erwischen (mit René Hofer, Holvi)
Veröffentlicht am 28. September 2026 · Host: Alexander Mrozek
Gast: René Hofer, Chief Compliance Officer bei Holvi
René Hofer, Chief Compliance Officer bei Holvi, spricht mit Alexander Mrozek darüber, wie eine Neobank Betrüger erkennt, wenn KI den Betrug im Internet verhundertfachen kann. Du erfährst, dass Compliance die Identitätsprüfung, den Hintergrundabgleich und die laufende Überwachung umfasst. KYC und die Überwachung von Transaktionen sind für René zentrale Segmente und machen rund 40 Prozent des Marktes aus. Die Denkregel beim Einbinden eines Kunden hat drei Schritte: Identität prüfen, Hintergrund prüfen, und die Entscheidung bleibt beim Menschen. Du hörst, warum die letzte Entscheidung in sensiblen Fällen nicht an die Maschine gehen darf. Es braucht Eskalationsstufen und ein klares Mandat. Der AI Act regelt Anwendungen mit hohem Risiko, sodass Onboarding-Entscheidungen nicht maschinell getroffen werden dürfen. In der EU gibt es einen gemeinsamen Rechtsrahmen, in der Praxis aber große Unterschiede, etwa zwischen der Live-Videoverifizierung in Deutschland und der digitalen Wallet in Finnland. René rechnet damit, dass sich die Jobs in der Compliance in fünf Jahren verschieben: weniger Klickarbeit, mehr Arbeit an Datenmodellen und am Training der Systeme. Teams würden dann KI-Agenten in den Fachbereichen führen.
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Das lernst du in dieser Folge
KYC-Überwachung als Kerngeschäft Compliance umfasst Identitätsprüfung, Hintergrundabgleich und laufende Überwachung. KYC und Transaktionsüberwachung sind zentrale Segmente, die laut René rund 40 Prozent des Marktes ausmachen. Denkregel: Drei-Schritte-Check bei Kundeneinbindung – Identität prüfen, Hintergrund prüfen, Entscheidung final durch Mensch. Mensch in der KI-gestützten Entscheidung KI hilft, Muster in großen Datenmengen zu erkennen und Routineaufgaben zu erleichtern. Die finale Entscheidung in sensiblen Fällen liegt jedoch weiterhin beim Menschen; Verantwortung geht nicht an die Maschine. Es braucht klare Eskalationsstufen, Mandate und eine Praxis, in der der Mensch die endgültige Entscheidung trifft. Der AI Act regelt Hochrisikoanwendungen, wodurch Onboarding-Entscheidungen nicht maschinell getroffen werden dürfen. EU-Harmonisierung: Chancen, Herausforderungen Die EU bietet einen gemeinsamen Rechtsrahmen, der grenzüberschreitende Services ermöglichen soll. In der Praxis gibt es jedoch große Unterschiede zwischen Ländern, etwa Finnland versus Deutschland bei Identitätsfeststellung. Beispiele: Live-Videoverifizierung in Deutschland, digitale Wallet in Finnland – das führt zu bürokratischen Hürden. Daher braucht es stärkere Harmonisierung, um Gaga-Momente zu vermeiden. Zukunftshypothese: KI verändert Compliance-Jobs Hypothese: In fünf Jahren verändern sich Jobprofile deutlich: weniger Klickarbeit, mehr Verwaltung von Datenmodellen und Training von KI-Modellen. Teams könnten als Leaders von KI-Agenten in Fachbereichen arbeiten, mit übergeordneter Koordination, um konsistenten Output zu generieren. Diese Hypothese hat Implikationen für Personalstrategien, Budgetplanung und Tool-Stacks von Unternehmen. Renés Perspektive: diese Entwicklung ist wahrscheinlich und könnte den Arbeitsmarkt in Compliance maßgeblich prägen.
Geschäftsideen aus dieser Folge
Über René Hofer
René Hofer verantwortet als Chief Risk & Chief Compliance Officer bei Holvi die regulatorische Strategie der finnischen Finanzplattform für Selbständige und kleine Unternehmen. Mit ihm spreche ich darüber, welche neuen Geschäftsfelder sich durch KI in der Compliance ergeben.
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